When we played in Münster about three weeks ago, we got interviewed by Auf den Punk Gebracht / Radio Q. Check out the interview below or right here on their site:
http://www.radioq.de/musik/interview/interview-mit-abest
Die Post-Metal-/Hardcore-Band Abest gibt es bereits seit über fünf
Jahren, doch trotzdem ist dies erst ihr drittes Interview – und noch
dazu ihr erstes fürs Radio. Vielleicht mag es daran liegen, dass ihre
Musik nicht zur massentauglichen Sorte gehört, zu erzählen haben Sänger
und Gitarrist Joscha Bauer und Bassist Patrick Siegmann allerdings
einiges. Wir haben mit ihnen unter anderem über ihren Beitrag zur
Vertonung eines Theaterstücks und ihren musikalischen Anfängen
gesprochen.
Letztes Jahr habt ihr bei der Vertonung eines Theaterstücks
mitgewirkt. Musstet ihr euren Song "Asylum" für diesen Zweck
umschreiben?
Joscha: Wir haben den Song fast genauso gespielt, hatten allerdings
den Farson-Sänger als Drummer dabei, weil unser alter Drummer keine Zeit
hatte. Wir haben das Intro ein bisschen gekürzt – das war sehr
vertrackt und damit hatte er auch ein bisschen Probleme (lacht) – und so
ist es mit einem direkten Knall angefangen. Das hatten sich auch die
Leute vom Theater so gewünscht.
Wie ist es denn überhaupt dazu gekommen? Es ist schließlich
nichts Alltägliches, dass eine Post-Metal-/Hardcore-Band Musik zu einem
Theaterstück beisteuert.
Joscha: Mark von der Theatergruppe Monstertruck hatte uns über
Facebook gefragt, ob wir dazu Lust hätten und weil das auch direkt ein
ganz langer Text war, hatte ich gar keine andere Wahl, als das ernst zu
nehmen – ansonsten wäre ich mir wahrscheinlich schon ein bisschen
verarscht vorgekommen (lacht). Im weiteren Verlauf des Gespräches hat
sich herausgestellt, dass er Sun Worship, Unruh und uns gefragt hat,
also drei Bands, die auf jeden Fall schon mehrmals zusammen gespielt
haben, zeitweise sogar Überschneidungen hatten und alle auch gut
befreundet sind.
Warum habt ihr das denn via Social Media nie öffentlich
gemacht habt? Weil ihr den Jurypreis gewonnen habt, hättet ihr
eigentlich allen Grund dazu gehabt.
Patrick: Wir hatten eigentlich schon vor, das irgendwann öffentlich
zu machen – zumindest hat Joscha mal gesagt, dass er etwas dazu posten
wolle. Das ist nur nie passiert und deswegen im Sand verlaufen.
Joscha: Wir hatten am Anfang darüber geredet, ob und wie wir das
posten. Und weil die Monstertruck-Leute meinten, es solle dazu sogar ein
Video geben, wollte ich das dann posten. Wir wurden bei dem
Theaterstück aber nie richtig als Band angekündigt, denn dadurch hätte
es die Problematik geben können, dass die Leute wegen der Band kommen –
was natürlich nichts Schlimmes ist. Aber um es zu wahren, dass es ein
Theaterstück ist und wir aus der Rolle als Band raustreten und wir mehr
als Einzelpersonen und Musiker auftreten, stand nirgends „und heute mit
Abest".
Patrick: Wobei in der Jurybegründung auf der Homepage sogar stand, dass Abest das Stück eröffnet haben.
Momentan arbeitet ihr an einem neuen Album. Habt ihr damit
angefangen, als der Drummerwechsel vollzogen war oder kann man sich
tatsächlich auf den Einfluss von zwei verschiedenen Drummern freuen?
Patrick: Mit dem Schreiben haben wir erst angefangen als unser neuer
Drummer dazugekommen ist, im Januar war das, glaube ich. Wir versuchen
jetzt, so oft es geht weiterzuschreiben, was auch ganz gut klappt, weil
unser alter Drummer viel arbeiten musste und nicht so viel Zeit hatte,
was für das Songwriting nicht so optimal ist. Mit unserem neuen Drummer
funktioniert das jetzt wunderbar, weil er viel Zeit hat und auch super
motiviert ist. Er war schon lange Fan, jetzt ist er in der Band, die er
gut fand, ist mit vollem Elan dabei uns das tut auch uns sehr gut!
Ist es ein komisches Gefühl, mit einem Fan zu schreiben?
Joscha: Das ist nichts Neues, ehrlich gesagt. Eigentlich haben bis
jetzt immer nur Leute mitgespielt, die auch die Musik richtig gut fanden
– was total wünschenswert ist. Mit Stefan war es auch so, dass er
richtig Bock hatte, wir einen neuen Gitarristen gesucht haben und es
sich dann so ergeben hat. Stefan war dann nur irgendwann mit Unruh
busier, was wir total respektiert und uns einen neuen Gitarristen
gesucht haben, der Dominik wurde. Der ist zu der Zeit gerade nach
Göttingen gezogen und hat auch tatsächlich ausgecheckt, was es dort für
Bands gibt und was er gut findet. Die Platte hatte er sogar auch schon
Zuhause stehen.
Patrick: Dominik und ich haben auch in Göttingen zusammen Konzerte
gemacht und waren irgendwann mal in Braunschweig auf einem Konzert. Das
war zu der Zeit als Stefan gesagt hat, er wolle nicht mehr bei Abest
mitspielen – und ich habe dann einfach Dominik gefragt und er hatte
direkt Bock drauf.
Joscha: Mit Rezy war es jetzt ähnlich, weil er und Dominik bei Farson
spielen. Wir waren uns erst unsicher, ob es nicht komisch ist, wenn
zwei Bands gleich zwei Überschneidungen haben, aber eigentlich ist das
sehr praktisch.
Bei eurer Musik ist es nicht selten so, dass man die Texte
nicht auf Anhieb versteht. Kann es manchmal ein Segen sein, wenn einem
keine Texte einfallen und man dann auch irgendwelche Laute von sich
geben kann?
Joscha: Wir haben die Stimme von Anfang an als ein weiteres
Instrument gesehen, aber überhaupt nicht niedriger gestellt – es gibt
keine Hierarchie! Ich kann mir schon vorstellen, dass das Leute nicht
verstehen und ich werde danach auch ganz oft gefragt. Ich singe so
schon, seitdem ich 14 bin, lange Haare hatte und klein war. Ich war mal
in einer Band, wo ich keine Texte hatte und dann wirklich nur
rumgegrunzt habe, aber es klang trotzdem cool und es hat niemanden
interessiert. Wenn mich da jemand gefragt hat, ob wir Texte hätten,
konnte ich einfach Nein sagen (lacht). Jetzt haben wir natürlich Texte
und die sind auch mega persönlich, von daher muss sie auch nicht jeder
verstehen können. Man kann sie nachlesen und wenn bei der Show
rüberkommt, was für eine Emotion dahintersteckt, ist das gut. Die Vocals
sind vor allem ein weiteres Instrument und ich versuche, die Nuancen
immer weiter auszubilden.
Lässt du dich für die Texte von der Musik inspirieren?
Joscha: Voll, der Kontext muss da zusammenpassen. Da ich zusätzlich
auch noch Gitarre spiele, habe ich ohnehin nicht so die Freiheit und
muss mich nach einem bestimmten Rhythmus richten.